HS07 Spariane

Entwicklung

Dieses ist die mittlerweile legendäre "Ur"Spariane, das Modell, über das ich damals einen aus heutiger Sicht vielleicht etwas kurios geratenen Artikel in der FMT verfaßt habe... Der Name setzt sich aus der modelltypischen Sparbauweise (ich war damals sehr klamm) und dem technologischen Anspruch zusammen, ein kleiner Seitenhieb auf die Arianen des gleichnamigen Teams...
Das Modell fiel mir nicht wie üblich in der Badewanne ein, sondern bei einer Grippe, als gerade draußen Bombenwetter war und mein Kontostand keinen Anlaß zur Freude gab.

Wer sich für den Nachbau dieses Typs interessiert, schaut bitte bei der Spariane Competition nach, der Weiterentwicklung.

 

Einsatzbereich

Mit diesem Modell flog ich vor allem an der Nordsee (1-5Bft) und auch auf diversen Wettbewerben abends beim Sunsetfliegen. Diese Maschine habe ich einigemale als Bausatz verkauft (1400mm). Überall, wo wir geflogen sind, haben wir Aufsehen erregt, es war eine großartige Zeit, der Nurflügel-Underground war noch ein solcher, aber es begann bereits zu brodeln. Dieses Modell flog zu der Zeit in vielen Varianten, eine auch bei einem Entwicklungshelfer in Afrika. Es war also "weltweit" verbreitet, ein schöner Erfolg.

In der Thermik machte schon dieses Modell eine ganz gute Figur, aber die Domäne war ganz klar der Hangflug an engen, gefährlichen und unübersichtlichen Locations. "Geht es?" fragt man sich nicht, sondern schmeißt das Modell einfach raus. Danach weiß man, ob es geht. Falls nicht: Dieses Modell ist kaum umzubringen.

Die "Legende" ist in der Thermik sicher besser gewesen, aber von der Universalität her war dieses Modell (HS07) überlegen. Das dürfte einer der Hauptgründe für die erfolgreiche Verbreitung gewesen sein. Simpel, easy, unverwüstlich und immer dabei.

 

Aerodynamik

Dieses Modell war der Anfang einer ganzen erfolgreichen Nurflügelgeneration von mir. Interessanterweise ist das Modell ohne Kenntnis der CEOZWO Entwicklung entstanden, ich kam aber aufgrund meiner vorherigen Versuche (Balsagleiter, HS02, HS05) zu demselben Auslegungstyp, ohne mir allerdings darüber bewußt zu sein, welche Konsequenzen das im Detail hatte, ich kannte nur den JIT, Pirx und die Bürste von HJU.

Da mir kein entsprechendes Profil zur Verfügung stand, das meiner Vorstellung entsprach (3% Wölbung, cm0=0), habe ich das HS3,0/9,0 nur für dieses Modell entwickelt. Es entstand aus einem nur 200mm tiefen Entwurf, daher die ungenauen Koordinaten der FMT Veröffentlichung. Die Skelettlinie ist ein einzelner Entwurf, die ich mit dem Tabellenverfahren (MTB "Nurflügel, M. Lichte) nachgerechnet hatte, um das cm0 bestimmen zu können. Auf diese Skelettlinie habe ich das NACA0009 draufgelegt, ohne damals zu wissen, daß die NACA Serien zum Großteil mit derselben Methode entstanden sind, nur eben mit mathematischen Funktionen. Ich hatte natürlich rein graphisch gearbeitet. Damit hatte ich mein passendes Profil.

Auslegung in der Zusammenfassung: Gepfeilter Schwanzloser, cm0=0 Auslegung mit HS3,0/9,0, elliptische Auftriebsverteilung, Rechteckflügel mit mäßiger Verwindung (4mm=1,15°), Auslegungs-ca=0,1. Die Verwindung sollte auf rund 2° erhöht werden. Das HS3,0/9,0 kann man beibehalten oder ggf. durch das S5020 ersetzen, um das beste Gleiten noch weiter zu verbessern. Für reinen Hangflug würde ich das MH45 empfehlen, dann wird der Außenloop enger. Wichtig beim Nachbau: -2 bis -3° V-Form einbauen!

 

Bauweise

Insgesamt war dieses Modell angesichts der erst später wiederentdeckten offenen Styrobauweise (400er Tralls, Pibros...) so eine Art Vorreiter, obwohl es natürlich dank der in Mode gekommenen Depronplatten zunehmend Versuche in diese Richtung gab. So war der "Rumpf" mit Depronplatten aufgebaut, eine sehr crashfreundliche Verpackung für meinen damaligen Mini 7 (MPX).
Die Rumpfnase aus Styropor hat sich sehr bewährt, aber auch ziemlich gelitten, bis wir den Zusammenhang zwischen Verwindung und Abrißproblemen richtig verstanden hatten und entsprechend zu korrigieren wußten. Lediglich der 2mm Balsasteg als Holm erlag diesen Untersuchungen, deshalb kam die Verstärkung aus 3mm mit Kiefer bei den nächsten Sparianen zum Einsatz. Die Diagonalabspanner an den Ruderklappen aus 50mm Packtape zur Erhöhung der Torsionssteifigkeit und Einstellung der Verwindung feierten an diesem Modell die Premiere und sind der Trick der betapten Spariane.

Ein Kohleholm wäre sicher eine sinnvolle Sache, dann kombiniert mit einem Steg aus Kohleschlauch mit quadratischem Querschnitt. Das wäre dann die ultimative Lösung, den Holm betreffend. Muß man aber nicht, es geht auch so.

Flügel: Baustyropor 15-17kg/m³ mit 50mm Tesafilm beplankt (Kosten, Robustheit). Holm aus 3er Balsa (40g/Brett, zähhart) mit 10x3mm Kiefernleiste oben (Kosten). CFK Holm wäre besser. Flügelverbindung 2mm Sperrholzsteg. Winglets 3mm Balsa mit Tape oder lackiert.

Rumpf: 5mm Depronplatten mit Styroporklotz nach vorne zum Abfedern von Crashs.

Artikel FMT 7/92 (170KB)

 

 

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