Holmauslegung für Segelflugmodelle
Allgemeines
Zum
Thema Holmauslegung und -aufbau bitte dieses nette Bildchen (vom Ariane
Team geklaut) verinnerlichen.
Genau so muß prinzipiell ein Holmgurtaufbau aussehen, viel in der Mitte
und zu dieser hin progressiv zunehmend. Für F3B
sollten es allerdings schon 35-40 NF24 Rovings in der Mitte sein (ti=250,
RG15, ca. 3m bis 3,5kg), sonst kann man bei Wind hübsche Zerplatzer am
Seil beobachten.
Der ganze Holm (inkl. Steg) wäre idealerweise im Naß-in-Naß Verfahren
herzustellen. Da Dir aber vermutlich nicht langweilig ist (aufwendig,
einige Versuche nötig), solltest Du besser den Steg einzeln aufbauen und
in Abreißgewebe wickeln. Hält genauso. Ich überziehe meine Balsa- bzw.
Schaumkerne meistens mit C-Schlauch, das ist sehr gut und effektiv. Man
kann natürlich auch komplett hohl aufbauen (auf einem Aluprofil z.B.),
ist mehr Geschmackssache, auf die Unterschiede gehe ich hier nicht näher
ein, weil es für unsere Zwecke mehr akademischer Natur ist.
Holmsteg
Wie ich
Positivstege aufbaue? Nun, entweder Naß-in-naß (siehe Positivbauweise)
oder eben separat in einer Helling.
Den geschnittenen Schaumsteg schiebe ich zwischen zwei Aluprofile (15x15)
und klebe sie mit Sekundenkleber auf die Spanplatte. Grund der Maßnahme:
Der fertige Steg paßt so perfekt in den Flügel, die Höhe
paßt! Danach schleife ich je nach Bedarf 1-1,5mm vom Schaumkern
oben und unten runter, damit Platz für den Schlauch ist. Ja, dann
noch die Helling einwachsen, C-Schlauch über den Kern ziehen, Abreißgewebe
drumwickeln und ab in die Helling! Heraus kommt ein perfekt gerader Holmsteg,
der zudem auch genau in den Flügel paßt.
Einfacher Holmaufbau mit Kohlefaser UD-Band
Wer 2 oder 3-teilige Tragflügel (Holzbeplankung) mit Hilfe von
Kohlefaser UD-Bändern (rd. 250-300g/m²) aufbaut, für den
habe ich mal grobe Anhaltswerte für ein 3m Modell mit üblichen
Profilen und Tiefen (rd. 250mm):
- 1x50mm in der Mitte ist für sanftmütige Piloten mit Softlineloops
und derartigen Einlagen. Man sieht, wie stark der Flügel belastet ist,
ein Vorteil. Außenteil abgesehen vom Verbindungsbereich nichts .
- 1x75mm im Mittelteil (Trennstelle 40...50) ist für Piloten,
die gerne eine kontinuierliche Verbiegung am Flügel sehen wollen, mit
progressivem Biegeverhalten. Außenteil 50->15mm
- 1x75, 1x50mm (75->0, 50mm durchlaufend) für Piloten mit unausgeglichenem
Seelenleben und tendenziell reduzierter Beherrschung und gelegentlichen
Wahnvorstellungen.
- 3x75 ist für Piloten mit unausgeglichenem Hormonhaushalt und
Koleriker, die Flügel nicht biegen, sondern bestenfalls brechen sehen
wollen und in dem Fall versuchen, den Kohlefaserhersteller zu verklagen.
Weil das schiefgeht, bauen sie 4x75 in das nächste Modell ein.
- 4x75 ist für Leute, zu denen mir nichts mehr einfällt. Vermutlich
wollen sie Krieg führen oder Modelle bauen, die gegen Flakgeschütze
immun sind. Oder sie starten an Gorillawinden mit mehr als 3,5kW bei
5Bft, dann macht die Auslegung sogar Sinn. Nach Erreichen einer erdnahen
Umlaufbahn schalten sie ihren Sender aus und fahren befriedigt in dem
Wissen nach Hause, dass sie es heute mal wieder allen gezeigt haben.
Am nächsten Tag freuen sie sich beim Überfliegen der Bildzeitung über
die Meldung, dass sich Außerirdische definitiv im Anflug auf die Erde
befänden.
Noch eine Kleinigkeit: auch 40 NF24 je Gurt bringen nur so viel wie Unterhosengummis,
wenn sie nicht durch einen ordentlichen Steg verbunden werden. Es gibt
unterschiedliche Konzepte, wie man mit Rovings einen Holm aufbaut, aber
das sollte man immer beachten.
© Hartmut Siegmann 1999-2000
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